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Klassische Musik und Oper von Classissima

Simon Rattle

Samstag 30. Juli 2016


nmz - KIZ-Nachrichten

17. Juni

Britische Promis in Deutschland und der Brexit

nmz - KIZ-Nachrichten München - Kurz vor dem Schicksalstag in Großbritannien steht der englische Dirigent Simon Rattle im Münchner Herkulessaal auf der Bühne. Er hebt den Taktstock - und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunk donnert los: «Freude schöner Götterfunken». Ludwig van Beethovens «Ode an die Freude», die europäische Hymne. Zwar geht es Rattle bei dieser Aktion um einen Protest gegen das Aus für das Europäische Jugendorchester. Doch auch das Thema Brexit ist natürlich allgegenwärtig an diesem Tag - und bei dieser Melodie. Eigentlich wolle er sich zu dem Thema gar nicht äußern, sagt Rattle. Das hätten schon zu viele getan. Aber es liege doch auf der Hand, dass Briten, die sich international bewegen, wahrscheinlich dafür seien, dass Großbritannien in der EU bleibt. Rattle ist seit 14 Jahren Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und lebt in der deutschen Hauptstadt. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik leben derzeit 105 965 Briten in Deutschland (Stand 31. Dezember 2015, 65 115 Briten und 40 850 Britinnen. Seit 2010 (96 143) stieg die Zahl kontinuierlich. Weiterlesen

schott-musik.de - News

20. Juni

Werk der Woche – Sir Peter Maxwell Davies: The Hogboon - 20.06.2016

Die Kinderoper The Hogboon des vor drei Monaten verstorbenen Sir Peter Maxwell Davies wird am 26. Juni 2016 in der Londoner Barbican Hall uraufgeführt. Am Dirigentenpult wird Sir Simon Rattle die Leitung des London Symphony Orchestra und der Guildhall School Musicians übernehmen. Dazu singen der LSO Discovery Chorus und der London Symphony Chorus. The Hogboon beruht auf einem schottischen...




Crescendo

15. Juni

Der Doyen der Demut - Zum Tode des Musikjournalisten Klaus Geitel

Mit Klaus Geitel ist einer der wichtigsten Musikkritiker der Nachkriegszeit gestorben. Ein Nachruf. Von Axel Brüggemann “Wenn eena dot ist, kriste n Schreck”, heißt es. Nun ist Klaus Geitel tot, und, ja – da “kriste n Schreck!” Einer der wichtigsten Musikkritiker der Nachkriegszeit. Ein Grand Seigneur. Ein Urberliner. Er ist 92 Jahre alt geworden. Alt also. Warum also bekommt man trotzdem einen Schreck? Vielleicht, weil das Leben von Klaus Geitel so lang war, und weil es ein bisschen erschreckend ist, wie einer, der Jahrzehnte lang im Zentrum des Kulturgeschäftes stand, am Ende doch ein wenig belächelt, verdrängt und vergessen wurde, weil der Tod von Klaus Geitel uns innehalten lässt und uns daran erinnert, dass das Jetzt morgen schon wieder ein ganz anderes ist. Als ich am Anfang des Jahrtausends als relativ junger Journalist nach Berlin kam, war Klaus Geitel schon lange eine Institution: er war kein Redakteur mehr, hatte aber noch eine wöchentliche Kolumne in der „Morgenpost“. Es gab keine Opernaufführung in der Hauptstadt, in der er nicht saß – er kam auch dann, wenn längst andere berichteten. Irgendwann saßen wir Mal nebeneinander, als er mich ansprach. In seinem unverwechselbaren, süffisanten Berliner Ton. Damals ging gerade um Simon Rattle und die Diskussion um den „deutschen Klang“: „Sie mischen das janze da ja janzschön auf“, hat er gesagt, „finde ich jut.“ Und dann hat er mir das Bein getätschelt – liebevoll. Väterlich. Und geschmunzelt. Er hat mich eingeladen, Mal bei ihm vorbeizuschauen, in seinem Büro in Wilmersdorf, wo er in einer Art Schaufenster saß und seine Texte schrieb. Ein Auslaufmodell? Nein! Für mich war Klaus Geitel damals bereits ein Auslaufmodell, ein Kritiker der so genannten alten Schule, einer, der von seinen Begegnungen mit Hans Werner Henze oder mit Herbert von Karajan – mit beiden war er befreundet – redete wie über den Krieg: Musik war für ihn in dieser Zeit hauptsächlich die Erinnerungen an jene alten Tage, als er noch jung war. Aber wenn man Klaus Geitel dann wirklich zuhörte, war er jemand, der einem ziemlich schnell klargemacht hat, dass man gerade als junger Kritiker, der denkt, dass Tagesgeschehen mitzubestimmen, der begeistert von der eigenen Karriere ist, eines lernen kann: Demut. Ja, Klaus Geitel hat mich mit seinen Geschichten die Demut des Kritikers gelehrt. Gerade er, der Doyen, der regelmäßig mit Champagnerflaschen in die Redaktion kam, der sein Einstecktuch nie vergessen hatte, der die Welt durch seine goldumrandete westberliner Brille betrachtete. Er, der uns erschien wie jemand, der gerade einem Oskar-Wilde-Roman entsprungen war. Was mich als junge Kritiker an Klaus Geitel faszinierte, war seine Lebensleistung. Einer, der noch im Schützengraben gesessen hatte, der den Tod miterlebte, der geprägt war vom Krieg, in dem er seine Kamerade hat sterben sehen. Eine Zeit, die sein langes Leben im Frieden prägte. Die Welt nach dem Kriegsende war für ihn und seine Generation keine Selbstverständlichkeit. Es war jene Welt, die so lange eine unerreichbare Hoffnung war. Irgendwie glaube ich, dass Klaus Geitel nach dem überlebten Grauen einfach nur noch die Schönheit feiern wollte. Und die Kunst, die Musik, der Gesang, das Ballett – sie waren für ihn die Kosmen, in denen sich das Schöne offenbarte. Der Stellvertreter der Künstler Vielleicht wurde Klaus Geitel auch deshalb einer der größten Fans von Hans Werner Henze, und, ja, vielleicht verteidigte er auch deshalb Herbert von Karajan noch dann, als der Streit der Berliner Philharmoniker um die Klarinettistin Sabine Meyer eskalierte. Klaus Geitel suchte in der Kunst und Kultur etwas, das wir heute vielleicht nicht mehr verstehen: Bereits im Krieg war sie für ihn ein Versprechen, eine Welt, der man sich hingeben wolle, wenn man überlebte – ein Kosmos der Schönheit, der Harmonie, ein Universum der so lange verbotenen Exzentrik. Aus diesem Geist heraus hat Geitel diese Welt begleitet, er hat hemmungslos mit den Stars seiner Zeit zusammengesessen, war nicht immer kritisch, sondern verstand sich eher als Sprachrohr der Künstler, als ihr Übersetzer, als ihr Freund – als derjenige, dessen Begeisterung und Leidenschaft andere anstecken konnte. Als einer, der die Geschichten zur Musik erzählte, der Partei ergriff, der das Geschehen herunterbrechen konnte. Und genau diese Auffassung hat die Artikel, Bücher und Texte von Klaus Geitel, so behäbig und langsam sie uns heute vielleicht erscheinen, immer modern erscheinen lassen. Er war ein Freund der Künstler und hat daraus auch keinen Hehl gemacht – im Gegenteil: es erfüllte ihn mit berechtigtem Stolz! Als ich Klaus Geitel das erste Mal traf, hatten bereits andere seine Position eingenommen. Der Journalismus ging weiter, junge Redakteure kamen und kämpften um ihre eigenen Karrieren, das Geld wurde knapper, die Eitelkeiten wurden größer, die Tricks, mit denen man um Posten kämpfte, wurden hinterfotziger. Das war nicht mehr die Welt von Klaus Geitel. Er zog sich, mehr oder weniger freiwillig, in sein Wilmersdorfer Schaufenster zurück. Zeitgemäße Erinnerungen Als ich nun von seinem Tod las, war ich auch deshalb erschrocken, weil Klaus Geitel für mich irgendwie schon nicht mehr unter den Lebenden war. Er war verdrängt, abgeschrieben. Klar, da waren die verdammten Schlaganfälle. Der Körper, der nicht mehr mitmachte. Aber da war auch unsere Welt des auf Hochglanz und Krawall polierten Journalismus, die den großen alten Mann mehr oder weniger Hemmungslos abgeschoben und – ja, leider – vergessen hat. Geitels Plauder-Kolumne in der „Morgenpost“ wurde schon vor Jahren abgesetzt. Sein ausufernder, epischer Geschichten-Onkel-Ton galt nicht mehr als zeitgemäß. Aber seine Neugier, die blieb. Er ordnete seine Welt neu, holte das Außen nach innen – und konnte noch immer genießen. Er entdeckte das Internet für sich, aber die Krankheiten setzten ihm so zu, dass er nicht mehr in die Konzerte und Opern kam. Weil er nicht mehr konnte, aber vielleicht auch, weil er sich nicht anders als gestriegelt und herausgeputzt inder Öffentlichkeit zeigen wollte. So viel Eitelkeit gönnte er sich bis zum Ende. Klaus Geitel lebte in unserer Zeit immer mehr in seinen Erinnerungen. „Wenn eena dot is, kriste n Schreck. Denn denkste: Ick bin da, un der is weg.“ Als ich nun gehört habe, dass Klaus Geitel gestorben ist, habe ich viel nachgedacht. Auch über die Flüchtigkeit unseres Jobs, über die vielen unnützen Kämpfe, darüber, wie oft wir vergessen, welches Glück wir haben, all die Musik, all die Kunst erleben zu dürfen. Ich habe, glaube ich, kaum je einen Kollegen erlebt, der so exzentrisch und gleichzeitig wahrhaftig erfüllt von seiner Arbeit war und dessen Herzen so unendlich liebevoll bleib. Ränkespiele, Neid und Hinterfotzigkeit waren ihm fremd, auch in ein Welt, in der der Musikjournalismus immer unbedeutender wurde, die Rivalitätskämpfe immer hemmungsloser, in der die Spardiktate in den Redaktionen bei vielen Kollegen Egoismus und Profilierungssucht gefördert haben – er blieb der Grand Signeur, ein weicher Mensch, einer der beobachtete, und der nur einen Satz oder eine Geste brauchte, um klar zu machen, was er in Wahrheit von dieser neuen Kulturwelt hielt. Um Klaus Geitel zu trauern, bedeutet auch ein bisschen um den Anstand in unserer Branche zu trauern, um die Größe, auch wenn es einen selber hart trifft, weich zu bleiben. Vor allen Dingen aber bedeutet es, um eine Auffassung von Kultur und Musik zu trauern, die wir in unserer Zeit vielleicht zu oft vergessen: Jedes Konzert, jede Oper – egal wie gelungen oder missglückt eine Aufführung ist – war für Klaus Geitel ein Geschenk, das ihn dankbar und demütig werden ließ. Dankbar, diesen Abend erleben zu dürfen, dankbar für die Kunst, die das Elend besiegt hatte – dankbar für diese Wunderwelt, in der er leben durfte, in der er sein konnte, was er war: ein großherziger Doyen.



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